Moria nach dem Brand

Moria nach dem Brand

Am 8. September 2020 zerstörten mehrere Brände das überlastete Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos. In den Tagen zuvor wurden bei mehreren Bewohnern des Lagers Covid-19 festgestellt. Aufgrund der von der griechischen Regierung verordneten Quarantäne, kam es zu größeren Unruhen im Camp. Das einst offene Camp wurde mit einer Ausgangssperre belegt. Am späten Abend explodierte die Situation und ein Brand brach im Lager aus.

Das Feuer führte dazu, dass mehr als 12.000 Menschen obdachlos wurden. Diese verbrachten die folgenden Nächte auf der Straße ohne eine ausreichende Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln. Proteste gegen diese Zustände wurden durch die griechische Polizei mit Tränengas bekämpft.

Seit dem Feuer versuchen die in Moria eingesetzten Hilfsorganisationen , den Menschen vor Ort zu helfen. Bewohner der Insel attackierten die Hilfskräfte dieser Hilfsorganisationen, weswegen die medizinische Versorgung der Geflüchteten vorerst eingestellt werden musste. Die Organisation über die medizinische Versorgung wurde an die National Public Health Organization (EODY) übertragen.

Die griechische Regierung eröffnete kurze Zeit nach dem Brand eines neues Camp, in welchem die Bedingungen noch schlechter sind als zuvor. „Wir arbeiten sieben Tage die Woche, unser größtes Problem ist derzeit Platzmangel.“, schreibt eine Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation. Die Gefahr einer Camp-internen Corona-Epidemie ist, so die Mitarbeiterin, realistisch, auch wenn es zur Zeit noch keine größeren Ausbrüche gibt.

Vor allem der beginnende Herbst mit Regen und Wind, der vom Meer über das Land zieht, macht den NGOs die in Moria aktiv sind Angst, denn diese führen erfahrungsgemäß zur Verschlimmerung von bestehenden chronischen Erkrankungen, Hypothermie, Entzündungen des Atemtraktes und weiteren Erkrankungen.

Der bevorstehende Winter wird eine harte Probe für alle freiwilligen Helfer, die auf Lesbos für das Wohl der Menschen sorgen. Jegliche Spenden sollen nun in den „medizinischen Winterbetrieb“ fließen, dabei sollen vor allem Wärmequellen, Nahrung, Medikamente gegen virale und bakterielle Infektionen sowie Wundversorgungs-Kits für Verbrennungswunden gekauft werden.